Fernsehen | FERNSEHNUTZUNG IN ÖSTERREICH
 
DATEN:

TV-Reichweiten: 1991-2011
TV-Nutzungszeit: 1991-2011
TV-Verweildauer: 1997-2011
TV-Nutzungszeit 2011 nach Altersgruppen
TV-Nutzung 2011 im Tagesverlauf nach Altersgruppen
TV-Nutzung 2011 im Tagesverlauf nach Wochentagen: Erwachsene | Kinder
TV-Nutzung 2011 im saisonalen Verlauf: Reichweiten | Sehdauer

TV-Konsum der Österreicher/innen erreichte 2011 bisherigen Höchstwert

Mit einer durchschnittlichen TV-Nutzungszeit von 2,8 Stunden pro Tag verbrachten die Österreicher/innen (ab 12 Jahren) im vergangenen Jahr mehr Zeit vor den Fernsehgeräten als je zuvor. Die Verweildauer – die Nutzungszeit der an einem Tag jeweils fernsehenden Bevölkerung – stieg dabei auf 4,3 Stunden pro Tag an – ebenfalls ein historischer Höchstwert. Zugenommen hat auch die TV-Reichweite: 2011 erreichte das Medium Fernsehen täglich 4,5 Mio. Österreicher/innen, das sind um knapp 100.000 Personen pro Tag mehr als 2010. Insgesamt nahm der TV-Konsum in nahezu allen Zielgruppen zu, u.a. sahen auch die jungen Österreicher/innen bzw. Personen aus bildungsstarken Schichten 2011 deutlich mehr fern als in den vergangenen Jahren.


Mit 167 Minuten pro Tag Rekord bei TV-Sehdauer


Im vergangenen Jahr sahen die Österreicher/innen (ab 12 Jahren) pro Tag im Schnitt 167 Minuten fern, das ist die höchste bisher gemessene TV-Nutzungszeit. Gegenüber 2010 (162 Minuten) bedeutet dies ein Plus von 5 Minuten pro Tag. Betrachtet man die TV-Nutzung im Langzeitvergleich, wurde 2011 um eine viertel Stunde pro Tag länger ferngesehen als vor zehn Jahren bzw. um 40 Minuten länger als vor 20 Jahren (1991 Beginn der elektronischen Zuschauermessung).

Eine ansteigende Fernsehnutzung zeigt sich im Übrigen nicht nur in Österreich, sondern ist auch international zu beobachten. So wurde etwa in Deutschland im vergangenen Jahr mit 225 Minuten pro Tag (Basis: TV-Bevölkerung ab 3 Jahren) ebenfalls die bisher höchste TV-Sehdauer gemessen.

Wie hoch der Stellenwert des Fernsehens im Alltag der Menschen ist, zeigt sich auch daran, dass im Vorjahr massiv in neue TV-Ausstattung investiert wurde. So stieg etwa der Anteil der österreichischen TV-Haushalte mit Flatscreen-Fernsehgeräten* von Ende 2010 auf Ende 2011 von 54 % auf 67 % an. TV-Geräte mit Full HD-Standard* nahmen innerhalb eines Jahres sogar von 24 % auf 36 % zu, das entspricht einer Steigerungsrate von 50 %. Dabei wirkt nicht nur die hohe Bildqualität durch Flatscreens und HD-TV als Treiber für den Fernsehkonsum, sondern auch der Umstand, dass die ausgetauschten Geräte häufig als Zweit- oder Drittfernseher in Nebenzimmern weiterverwendet werden.


Höchststand auch bei Verweildauer: TV-aktives Publikum sah im Schnitt 260 Minuten pro Tag fern

Analog zur durchschnittlichen TV-Nutzungszeit (die alle in TV-Haushalten lebenden Personen heranzieht, auch jene, die im fraglichen Zeitraum nicht ferngesehen haben) nahm auch die Verweildauer (die auf Basis der tatsächlich fernsehenden Personen berechnet wird) deutlich zu: So verbrachte die TV-aktive Bevölkerung 2011 durchschnittlich 260 Minuten pro Tag vor den Bildschirmen, das ist der höchste bisher gemessene Wert. Gegenüber 2010 stieg die Verweildauer um 6 Minuten pro Tag an, innerhalb der letzten zehn Jahre beträgt das Plus rund 40 Minuten pro Tag.


Ansteigende TV-Tagesreichweite: Täglich 4,5 Mio. Seher/innen

Im Jahr 2011 schalteten pro Tag 4,53 Mio. Österreicher/innen zumindest kurz das TV-Gerät ein (mindestens eine Minute durchgehend), das entspricht 63,5 % der gesamten TV-Bevölkerung ab 12 Jahren (7,1 Millionen). Gegenüber 2010 (4,44 Mio. Seher/innen bzw. 62,5 %) kam es damit zum zweiten Mal in Folge zu einem Ansteigen der TV-Tagesreichweite.


Ausmaß des TV-Konsums je nach Alter, Geschlecht, Bildungs- und Sozialschicht sehr unterschiedlich, Zunahme der Fernsehnutzung aber fast flächendeckend

Wie viel Zeit mit Fernsehen verbracht wird, hängt ganz prinzipiell mit der Lebenssituation von Menschen und damit auch mit Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Bildungs- und Sozialschicht zusammen. So ist das Fernsehen etwa bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit jeher nur ein Teil einer breiten Palette von Freizeitaktivitäten, während es mit zunehmendem Alter immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dementsprechend lag die TV-Nutzungszeit von Kindern (3 bis 11 Jahre) und Jugendlichen / jungen Erwachsenen (12 bis 29 Jahre) mit 70 bzw. 100 Minuten pro Tag auch 2011 deutlich unter dem Schnitt der Gesamtbevölkerung ab 3 Jahren (158 Minuten pro Tag). In den weiteren Altersgruppen nimmt die TV-Sehdauer dann kontinuierlich zu und erreichte bei Personen ab 60 Jahren schließlich über 4 Stunden pro Tag.
Ein wesentlicher Einflussfaktor für den TV-Konsum ist darüber hinaus das Geschlecht: So verbringen Frauen (aufgrund unterschiedlicher Lebensrealitäten bzw. einer höheren Lebenserwartung) weiterhin mehr Zeit mit Fernsehen als Männer - im Jahr 2011 lag die TV-Nutzungszeit von Frauen mit 184 Minuten pro Tag eine gute halbe Stunde über jener von Männern (150 Minuten). Ebenfalls deutlich fallen die Unterschiede aufgeschlüsselt nach Bildungs- und Sozialschicht aus. Generell gilt: Je höher der sozioökonomische Status einer Person, desto weniger wird ferngesehen.

Betrachtet man die Entwicklung des TV-Konsums, kam es gegenüber 2010 in allen Altersgruppen, bei Männern wie auch bei Frauen sowie quer durch alle sozioökonomischen Schichten zu einem Anstieg der Fernseh-Nutzungszeit. Überdurchschnittlich fiel die Zunahme u.a. bei der jungen Bevölkerung aus (12 bis 29 Jahre: +6 Minuten pro Tag), die 2011 damit auch mehr fernsah als vor 10 Jahren. Mit einem Plus von 7 Minuten pro Tag ebenfalls deutlich angestiegen ist der TV-Konsum bei Personen mit hoher formaler Bildung (Matura/Uni-Abschluss).


Fernsehnutzung im Tagesverlauf: höchste Sehbeteiligung gegen 21 Uhr

Betrachtet man den Verlauf der Fernsehnutzung an einem durchschnittlichen Tag, zeigt sich ein über die Jahre hinweg sehr stabiles Bild: So steigt die Sehbeteiligung ab den Morgenstunden eher flach, ab den frühen Abendstunden dann relativ steil an und erreicht im Hauptabend ihren Höhepunkt. Der Nutzungsgipfel wird dabei knapp vor 21 Uhr gemessen – 2011 sahen zwischen 20:55 und 21 Uhr durchschnittlich 2,7 Mio. Österreicher/innen fern, das entspricht 38 % der TV-Bevölkerung ab 12 Jahren.

Aufgeschlüsselt nach Wochentagen zeigt sich, dass die TV-Nutzung am Wochenende untertags erwartungsgemäß höher ist als an Werktagen. In den Abendstunden (Vor- und Hauptabend: 18 bis 22 Uhr) wird am Sonntag und Montag die höchste bzw. am Freitag und Samstag die niedrigste Sehbeteiligung erreicht.

Anders das Fernsehverhalten der Kinder: Vor allem am Wochenende sehen die 3- bis 11-Jährigen verstärkt schon ab den Morgenstunden fern. Die höchste Sehbeteiligung im Tagesverlauf gibt es von Montag bis Donnerstag bzw. am Sonntag im Vorabend (18 bis 20:15 Uhr), am Freitag und Samstag fällt der Nutzungsschwerpunkt dagegen erst in den Hauptabend (20:15 bis 22 Uhr) – da es am nächsten Tag keine Schule gibt, dürfen Kinder hier länger aufbleiben als an anderen Wochentagen.


TV-Nutzung im Wochenverlauf: Sonntag stärkster Fernsehtag

Aufgeschlüsselt nach Wochentagen ist der Sonntag der insgesamt stärkste Fernsehtag: So sahen Erwachsene im Jahr 2011 mit durchschnittlich 195 Minuten an Sonntagen um gut eine halbe Stunde länger fern als an Werktagen bzw. um rund 20 Minuten länger als an Samstagen. Auch die TV-Tagesreichweite fällt an Sonntagen am höchsten aus (im Jahr 2011 mit 66,4 % bzw. 4,7 Mio. Seher/innen). An Montagen wird üblicherweise der zweithöchste Wert gemessen (2011: 64,4 %), danach nimmt die Tagesreichweite im Laufe der Woche ab und erreicht am Samstag das niedrigste Niveau (61,3 %). Trotz der niedrigsten Tagesreichweite wird an Samstagen mit 174 Minuten die zweithöchste Nutzungszeit im Wochenverlauf gemessen. Grund dafür: Am Samstag verweilen die tatsächlich fernsehenden Menschen deutlich länger vor den Bildschirmen als an Werktagen.


Saisonale Entwicklung der TV-Nutzung: höchste Reichweite und Nutzungszeit in der kalten Jahreszeit

Die Fernseh-Nutzung variiert auch im saisonalen Verlauf. Während die TV-Tagesreichweite im Sommer üblicherweise am geringsten ist, fallen die Werte in der kalten Jahreszeit am höchsten aus. So wurde 2011 im ersten und vierten Quartal des Jahres mit Tagesreichweiten zwischen 65 % und 68 % die höchste Sehbeteiligung verzeichnet. Die niedrigsten Tagesreichweiten wurden dagegen von Juni bis August gemessen – in diesen Monaten sahen pro Tag im Schnitt nur zwischen 58 % und 60 % der TV-Bevölkerung fern.

Analog dazu gibt es auch bei der durchschnittlichen Sehdauer erhebliche saisonale Schwankungen. Während die Österreicher/innen im August 2011 mit 145 Minuten pro Tag am wenigsten Zeit vor den Bildschirmen verbrachten, wurde der höchste TV-Konsum im Jänner mit 200 Minuten pro Tag erzielt.


*Quelle: TELETEST-Monitoring/IFES

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